Eine Mini-Kon­fe­renz auf der SASE-Jah­res­ta­gung beschäf­tigt sich mit der „Poli­ti­schen Öko­no­mie finan­zi­el­ler Unter­ord­nung“ von Ent­wick­lungs­län­dern und ein lang­jäh­ri­ger Mit­strei­ter für Hete­ro­doxe Öko­no­mie fei­ert Jubi­läum – das neue HEN-Editorial.

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Ich gebe zu, dass ich Online-Kon­fe­ren­zen seit etwa einem Jahr boy­kot­tiert habe. Sicher­lich war ein Grund dafür, dass die Bewäl­ti­gung aller durch die Pan­de­mie auf­er­leg­ten Umstände viel Zeit in Anspruch genom­men hat. Aber der unmit­tel­ba­rere Grund war meine Erwar­tung, dass bei Online-Kon­fe­ren­zen der Teil fehlt, den ich am meis­ten schätze – das infor­melle Gespräch mit Kolleg*innen aus aller Welt. Die­sen Monat habe ich dar­über hin­weg­ge­se­hen und an der dies­jäh­ri­gen SASE-Kon­fe­renz teil­ge­nom­men, die in einem Online-For­mat statt­fand. Obwohl sich meine Vor­ur­teile bestä­tigt haben, da pri­vate Chats nur ein dürf­ti­ger Ersatz für die Kom­mu­ni­ka­tion von Ange­sicht zu Ange­sicht sind, war es doch eine nette Erfah­rung (obwohl ich zuge­ben muss, dass es zunächst gru­se­lig war, die Sit­zun­gen von 8 Uhr mor­gens bis Mit­ter­nacht lau­fen zu sehen). Wäh­rend der Kon­fe­renz nahm ich vor allem an einem Teil­be­reich (bei der SASE als „Mini-Kon­fe­renz“ bezeich­net) über die „Poli­ti­cal Eco­nomy of Finan­cial Sub­or­di­na­tion“ teil (siehe hier). Hier wur­den sehr unter­schied­li­che Bei­träge zu einem bes­se­ren Ver­ständ­nis des Zusam­men­hangs zwi­schen Macht­ver­hält­nis­sen und Finanz­sys­te­men aus einer glo­ba­len Per­spek­tive vor­ge­stellt. Da ich davon aus­gehe, dass diese Mini-Kon­fe­renz auch bei der SASE-Kon­fe­renz im nächs­ten Jahr eine Rolle spie­len wird, wollte ich an die­ser Stelle auf die­ses Thema auf­merk­sam machen, das mei­ner Mei­nung nach noch zu wenig erforscht ist.

Hete­ro­dox Eco­no­mics Newsletter

Der Hete­ro­dox Eco­no­mics News­let­ter wird her­aus­ge­ge­ben von Jakob Kapel­ler und erscheint im drei­wö­chent­li­chen Rhyth­mus mit Neu­ig­kei­ten aus der wis­sen­schaft­li­chen Com­mu­nity mul­ti­pa­ra­dig­ma­ti­scher öko­no­mi­scher Ansätze. Der News­let­ter rich­tet sich an einen Kreis von mehr als 7.000 Empfänger*innen und zählt schon weit mehr als 250 Ausgaben.

Eine wei­tere gute Nach­richt kommt in Form eines Jubi­lä­ums: Geoff Har­court, ein Gigant des hete­ro­do­xen öko­no­mi­schen Den­kens und ein lang­jäh­ri­ger Unter­stüt­zer die­ses News­let­ters, ist 90 Jahre alt gewor­den! Zwar muss­ten die Fei­er­lich­kei­ten auf­grund der aktu­el­len Umstände abge­sagt wer­den, aber es gibt eine neue Web­site, die Geoffs Leis­tun­gen wür­digt. Ich habe auch mit Freude erfah­ren, dass Cam­bridge Uni­ver­sity Press eine „50th anni­ver­s­ary edi­tion“ von Geoffs „Some Cam­bridge Con­tro­ver­sies in the Theory of Capi­tal“ her­aus­ge­ben wird, die Avi J. Cohen zusam­men mit Tiago Mata zu sei­nem 90. Geburts­tag orga­ni­siert hat. Auf SSRN fin­den Sie auch ein schö­nes Paper von Tiago, das die Wir­kung die­ses Buches nach­zeich­net und seine „rei­che Geschichte“ beleuch­tet. Vie­len Dank an alle, die an die­sen Pro­jek­ten mit­ge­wirkt haben, und herz­li­che Glück­wün­sche und ein fro­hes Jubi­läum für Geoff, der so viel für unsere Gemein­schaft getan hat.

Beste Grüße

Jakob
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